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Statistik

Statistiken, die die Welt nicht braucht

Heute:

Grundlage:

Tabellenplatz des Gegners Spiele Punkte Punkte pro Spiel
1 15 13 0,87
2 18 21 1,17
3 14 16 1,14
4 14 21 1,50
5 20 30 1,50
6 14 21 1,50
7 12 20 1,67
8 16 27 1,69
9 21 45 2,14
10 18 26 1,44
11 7 13 1,86
12 18 22 1,22
13 18 32 1,78
14 16 27 1,69
15 13 22 1,69
16 24 56 2,33
17 18 33 1,83
18 15 30 2,00

 

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Ein ungleiches Duell

Eren Derdiyok schoss drei Tore. Zum Sieg reichte es zwar nicht, aber das ist nun weniger wichtig. Zwar nicht für die Bundesligatabelle, aber für uns. Also für dich und mich. Ich weiß, du findest den Kießling super. Ein unermüdlicher Kämpfer und dazu sehr mannschaftsdienlich. Erledigt mit Fleiß defensive Drecksarbeit, wenngleich das bedeutet, dass er nicht zu vielen Torchancen kommt. Doch er tut dies ja für das taktische Konzept. Moderne Stürmer, so wird mir das von den Experten immer wieder klar gemacht, sind nicht nur da, um Tore zu schießen. Räume müssen geschaffen und Bälle verteilt werden. Man muss immer schön hinter den Ball rennen und Druck ausüben. Doch eines kannst du mir glauben. So ein Stürmer sollte auch für Torgefahr sorgen. Der pure Gedanke an sein selbstbewusstes Auftreten muss bei den gegnerischen Abwehrspielern für zitternde Knie sorgen. Es geht nicht immer nur um Taktik und Konzepte, sondern auch um Psychologie. Wenn sich Stefan Kießling in das gegnerische Drittel schlackst, entraubt er seinen Gegenspielern maximal ein Lächeln, gefolgt von einem müden Gähnen. Bei Eren Derdiyok ist das anders. Da geht es mit Wucht vorwärts und dank exzellenter Ballbehandlung hat man seine Mühe mit ihm. Seine Schüsse sind präzise und er ist nur schwer auszurechnen. Links, rechts, Kopf, Fallrückzieher. Alles im Repertoire und stets abrufbereit.

Nein, lass mich bitte ausreden. Ich weiß, was du sagen möchtest. Er ist viel zu inkonstant und eigensinnig. Er spielt zu kompliziert, anstatt die einfachen Dinge zu verrichten. Ich verstehe es ja, aber eines musst du doch einsehen: Rein vom Potential her ist Eren der weit bessere Stürmer… okay, einigen wir uns darauf, dass sie sehr unterschiedliche Stürmer sind. Die einen mögen den Kießling-Typ, die anderen den Derdiyok-Typ.

Ich bitte dich noch um eine Sache. Denk an die bisherige Saison zurück. Ruf dir die Spiele nochmals im Gedächtnis hervor und konzentriere dich dabei auf Kießling. Welches waren seine großen Momente? Wo hat er mit seinem Einsatzwillen zum Punktegewinn beigetragen? Ich gebe zu, ich komme auch auf so manche Situation, wo er wirklich toll agierte. Doch nun versuche das gleiche mit Derdiyok. Ich gebe auch hier zu, dass Erens Momente sind wirklich rar gesät, aber viel weniger sind es nicht, nicht wahr?

Vielmehr muss ich gar nicht sagen. Wir beide wissen zu gut, was wir jeweils von den einzelnen Stürmer halten. Was wir an ihnen schätzen und was wir bemängeln. Ich glaube auch, wir sind uns da größtenteils einig, nur gewichten wir diese Vor- und Nachteile anders und haben vielleicht andere Vorstellungen sowie Richtlinien.

Eine allerletzte Sache noch. Schau dir diese Aufstellung an. Sie basiert auf Fakten. Oben sehen wir die Einsatzzeiten des einen Stürmers, unten die des anderen.

Ich hoffe du erkennst meine Bedenken. Vor der Saison hast du das offene Duell zwischen beiden ausgerufen und dich sehr schnell für den Deutschen entschieden. Das ist okay, aber nun wäre es an der Zeit, sich von dieser Entscheidung zu lösen. Zähneknirschend habe ich akzeptiert, wie du Castro rumschiebst, aber bei der Stürmerfrage hast du nach 20 Spielen kaum noch eine Wahl. Wenn du Derdiyok mal solche Einsatzzeiten eingestehst, wird er dir es dreifach so hoch zurückzahlen. Glaub mir, Robin.

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Ein Blick in die Vergangenheit

Mit einem Sieg im noch letzten ausstehenden Bundesligaspiel dieser Hinrunde würde die Werkself auf 35 Punkte kommen. Exakt so viel wie im letzten Jahr. Doch jeder weiß, dass nur die Tabelle am 34. Spieltag, also nach weiteren 17 Spielen, zählt. Bayer Leverkusen wird nachgesagt in der zweiten Saisonhälfte immer wieder abzustürzen. Ich habe das einmal überprüft.

Vorab zwei kleine Anmerkungen:

  1. In der Saison 1995/96 kam zum ersten Mal die Drei-Punkte-Regel zum Einsatz. Zuvor gab es für Siege nur zwei Punkte.
  2. In der Saison 1991/92 spielten 20 anstatt 18 Mannschaften in der ersten Bundesliga. Es gab also 38 Spieltage.

Die erste Infografik zeigt alle Ergebnisse der Hin- sowie Rückrundentabellen seit Leverkusens Aufstieg in die erste Liga.

Bayer Leverkusen war in diesen über 30 Jahren tatsächlich nur achtmal in der Rückrundentabelle besser platziert als in der dazugehörigen Hinrundentabelle. Auch wenn man auf die gesammelten Punkte schaut, sieht es nicht besser aus. Allerdings ist ein deutlicher Trend nicht zu erkennen. Zwar war man in den letzten drei Rückrunden jeweils schlechter, in den drei Jahren zuvor sammelte man jedoch wiederum mehr Punkte als zur Vorrunde.

Das zweite Diagramm vergleicht den Tabellenstand vom 17. Spieltag (bzw. 19. Spieltag in der Saison 91/92) mit dem des letzten Spieltages.

Hier zeigt sich, dass es über 31 Saisons gesehen eigentlich recht ausgeglichen ist. Zwar überwiegen die Platzverluste, besonders in den letzten drei Jahren, doch von einer „Regel“ kann nicht die Rede sein. Den ganz großen Absturz gab es 1996 als man von Platz 6 auf 14 fiel. Die Gegenstücke dazu sind die Saisons 04/05 und 82/83. Man konnte sich in der Rückrunde um jeweils 7 Plätze verbessern: Von 12 auf 5 und in den Achtzigern sogar vom letzten Platz auf den sicheren Elften.

Markant: In den letzten 12 Saisons konnte man nur dreimal seinen Tabellenplatz in der Rückrunde verbessern.

Fazit: Wie so oft sind Statistiken reine Auslegungs- oder Deutungssache, deswegen sollte sich jeder selbst ein Bild machen und sonst behilft man sich einfacher Phrasen wie “Dieses Jahr ist eh alles anders!” …denn das galt schon immer.

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Gewohntes Spiel

Das Spiel gegen St. Pauli erinnerte stark an das vorige gegen Kaiserslautern. Bayer Leverkusen dominierte das Spiel gegen einen schwachen Aufsteiger und spielte sich enorm viele Chancen heraus. Das ZDF zählte ganze 13 Stück allein in den ersten 45 Minuten. Doch zu oft fehlte beim letzten Pass oder Schuss die Präzision. Dazu wurden viele Angriffe unnötig früh durch Fernschüsse abgebrochen. So kam es, dass man von Glück reden kann, nicht in Rückstand geraten zu sein, denn Asamoah setzte seinen Schuss an den Innenpfosten (69.). Wieder einmal gab man das Spiel nach dem Seitenwechsel aus der Hand und wieder einmal konnte man den Sieg durch einen Treffer in den Schlussminuten sichern. Eigentlich ein ganz gewöhnliches Spiel, das kein sonderlich hohes Niveau darbot.

Trotzdem gab es Interessantes zu beobachten: Heynckes spielte wieder mit dem inzwischen standardisierten 4-5-1 System. Das Mittelfeld mit Rolfes, Vidal, Barnetta, Sam und Renato gehört wohl zu den besten nach 2002. Helmes davor agierte als alleinige Spitze und war kaum zu sehen. Ein guter Schuss aufs Tor, allerdings aus sehr spitzem Winkel und das obwohl Leverkusen im Minutentakt vor dem gegnerischen Tor auftauchte. Dementsprechend bedient war Heynckes 15 Minuten vor Schluss und wechselte ihn für Bender und nicht Jörgensen aus. Es hatte den Anschein, als wolle Heynckes das 0:0 ohne echten Stürmer über die Zeit retten. Renato, der davor auf der Zehn agierte, durfte noch ein paar Meter weiter nach vorne und siehe da: Er schießt das 1:0. Allerdings geht dieses Tor wohl zu 90% auf Vorlagengeber Rolfes. Wie er sich auf der Torauslinie gegen den Paulianer durchsetzt und gleichzeitig noch das Zuspiel meistert, das können nur wenige.

Allgemein zeigt Heynckes aktuell ein glückliches bzw. gutes Händchen bei den Einwechslungen: In den letzten sechs Bundesligaspielen erzielten die Einwechselspieler sechs Scorerpunkte:

Ebenso positiv herauszuheben ist Manuel Friedrich. Am Anfang der Saison noch stark kritisiert, wird er nun immer besser. Die wichtigen Zweikämpfe werden gewonnen und er agiert nun deutlich geschickter, wenn er die Viererkette nach vorne verlässt um frühzeitig den Gegner zu stören. Sein Nebenmann in der Innenverteidigung bot hingegen eine unglückliche Partie. Nach einer Freistoßflanke kommt er gegen den gut aufgelegten Torwart Kessler zu spät und kassierte eine gelbe Karte. Das ganze ist deswegen unglücklich, weil das Foul erstens unnötig war und es zweitens seine fünfte Karte war, die er eigentlich seit Wochen zu verhindern versucht:

Sami Hyypiä, der bisher nur dosiert trainiert, soll am Dienstag oder Mittwoch wieder voll ins Training einsteigen. Vor dem Hintergrund, dass es am nächsten Wochenende gegen die Bayern geht und der Finne seine Nehmerqualitäten schon bewiesen hat, wird es wohl seine Rückkehr werden. Wenn aber nicht, steht Heynckes vor einem kleinen Problem, da Friedrich der einzige einsatzbereite Innenverteidiger wäre. Die wahrscheinlichsten Aushilfen wären Schwaab oder Baltisch. Besonders für Schwaab, den ich schon länger gerne auf der IV-Position sehen würde, würde ich pladieren. Allerdings nur, wenn Hyypiä wirklich nicht einsatzbereit ist, denn gegen die Bayernoffensive würde ich auf Experimente verzichten.

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Torstatistik – Teil 2

  • In den 17 Spielen aus der Bundesliga und der Europa League erhielt Bayer 04 Leverkusen insgesamt 18 Gegentreffer. Das macht 1,06 Gegentreffer pro Spiel. Dem gegenüber stehen 2 eigene Treffer pro Spiel.

  • Besonders nach dem Seitenwechsel ist die Werkself anfällig: Zehn der 18 Gegentore fielen zwischen der 46. und 70. Minute. Dafür kein einziges in den letzten 20 Minuten, in denen sich Leverkusen sehr viele Punkte sichert.
  • Auch in die kritische, halbe Stunde nach Wiederanpfiff fallen die Siegtreffer des Gegners bei den bisherigen zwei Niederlagen (3:6 gegen Gladbach und das 0:1 gegen Mainz). Zudem hat man gegen Atletico Madrid durch einen Gegentreffer in der 51. Minute die eigene Führung hergegeben und man konnte bis zum Schluss nicht mehr kontern.
  • Insgesamt ging die Heynckes-Truppe neunmal mit 1:0 in Führung, wovon sieben Spiele gewonnen wurden. Zweimal kam es noch zum Unentschieden: Das angesprochene Spiel gegen Atletico sowie die Partie gegen Bremen, bei dem man durch zwei Gegentore in neun Minuten sogar noch einem Rückstand hinterher rennen musste.
  • Die Tordifferenz der Heimspiele (5) beträgt -3 (7:10) bei fünf Punkten. Das macht einen mageren 12. Platz in der Heimtabelle.
  • Die Tordifferenz der Auswärtsspiele (4) ist mit +6 (11:5) weit besser. Mit 10 Punkten belegt man in der Auswärtstabelle Platz 3.
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